Valknut — Bedeutung des Symbols und des Tattoos
Der Valknut ist ein Symbol aus drei ineinander verschlungenen Dreiecken, das auf wikingerzeitlichen Bildsteinen erscheint und meist mit Odin, dem Tod im Kampf und dem Übergang ins Jenseits verbunden wird — seine ursprüngliche Bedeutung ist jedoch nicht gesichert.

SYMBOLKARTE — VALKNUT
Valknut — Bedeutung des Symbols
Der Valknut besteht aus drei verflochtenen Dreiecken. Auf Bildsteinen der Wikingerzeit erscheint er neben Odin und in Szenen von Tod und Opfer. Die verbreitete Deutung als Zeichen der Gefallenen ist plausibel, aber unsicher: Der Name ist neuzeitlich, und die wenigen Fundzusammenhänge lassen mehrere Lesarten zu.
- BEDEUTUNG
- Der Valknut ist ein Symbol aus drei ineinander verschlungenen Dreiecken, das auf wikingerzeitlichen Bildsteinen erscheint und meist mit Odin, dem Tod im Kampf und dem Übergang ins Jenseits verbunden wird
- HERKUNFT
- Nordisch, Germanisch
- ELEMENT
- Äther
- POPULARITÄT
- ★★★★☆
Auf einen Blick
Der Valknut besteht aus drei verflochtenen Dreiecken. Auf Bildsteinen der Wikingerzeit erscheint er neben Odin und in Szenen von Tod und Opfer. Die verbreitete Deutung als Zeichen der Gefallenen ist plausibel, aber unsicher: Der Name ist neuzeitlich, und die wenigen Fundzusammenhänge lassen mehrere Lesarten zu.
Was bedeutet das Symbol?
Der Valknut besteht aus drei ineinander verschlungenen Dreiecken und zählt zu den rätselhaftesten Zeichen der nordischen Kunst. Sein heute gebräuchlicher Name setzt sich aus altnordisch valr (die auf dem Schlachtfeld Erschlagenen) und knútr (Knoten) zusammen — der Knoten der Gefallenen. Man sollte allerdings wissen: Dieser Name ist modern, nicht überliefert.
Die verbreitetste Deutung verbindet den Valknut eng mit Odin, dem Gott, der die im Kampf Gefallenen zu sich holt. Gelesen wird er dann als Zeichen des Übergangs zwischen Leben und Tod, der Bindung an Odin und der Annahme des Kriegerschicksals. Die verschlungene Form ohne erkennbaren Anfang und Ende passt zu diesem Bild einer Verflechtung von Diesseits und Jenseits.
Zugleich ist ehrlich festzuhalten, dass diese Deutung eine Rekonstruktion ist. Keine Quelle der Wikingerzeit erklärt das Zeichen; wir schließen allein aus dem Bildzusammenhang. Wer den Valknut trägt, trägt deshalb ein Symbol, dessen Kraft nicht zuletzt in seiner Uneindeutigkeit liegt.
Geschichte
Der Valknut ist auf einer überschaubaren Zahl von Objekten belegt, vor allem auf Bildsteinen der Wikingerzeit von der schwedischen Insel Gotland — genannt werden meist die Steine von Stora Hammars und Tängelgårda — sowie auf Holzarbeiten aus dem norwegischen Schiffsgrab von Oseberg. Häufig erscheint er in der Nähe von Pferden, Schiffen, Waffen und Szenen, die als Opfer oder Tod gelesen werden.
Genau hier beginnt die Unsicherheit. Dass der Valknut neben Odin-Szenen steht, macht ihn noch nicht zu Odins Zeichen; ebenso wenig folgt aus der Nähe zu Totenbildern zwingend eine Todesbedeutung. Vorgeschlagen wurden auch rein ornamentale Erklärungen, eine Verbindung zum sogenannten hrungnishjarta — dem Herzen des Riesen Hrungnir, das Snorri als dreieckig beschreibt — oder eine Funktion als Bindezeichen. Keine dieser Lesarten lässt sich beweisen oder ausschließen.
Formal existieren zwei Grundtypen: eine unikursale Fassung aus einer einzigen, durchgehend geführten Linie und eine Fassung aus drei getrennten, ineinandergelegten Dreiecken. Der Name Valknut selbst stammt aus dem neuzeitlichen Norwegisch und setzte sich erst im 19. und 20. Jahrhundert durch — die Wikingerzeit kannte ihn nicht.
Bedeutung in den Kulturen der Welt
Verflochtene Dreiheiten sind ein weit verbreitetes Gestaltungsmotiv. Der Vergleich hilft, den Valknut einzuordnen — ohne die Ähnlichkeiten zu Verwandtschaften zu erklären:
| Tradition | Verwandtes Motiv |
|---|---|
| Nordisch (Wikingerzeit) | Valknut auf gotländischen Bildsteinen und Oseberg-Holz; Bedeutung unbelegt |
| Keltisch / insular | Triquetra — Dreiheit aus Bögen, später christlich als Trinitätszeichen gedeutet |
| Germanisches Ornament | Flechtband und Knotenwerk als eigenständige, oft bedeutungsoffene Kunstform |
| Mittelalterliche Mathematik | Borromäische Ringe: drei Elemente, die nur gemeinsam halten |
| Moderne Rezeption | Aneignung als Bekenntniszeichen in heidnischen wie in politisch problematischen Kreisen |
Wichtig ist der letzte Punkt: Der Valknut wurde und wird auch von rechtsextremen Gruppen vereinnahmt. Er ist in Deutschland nicht verboten, sein Kontext lohnt aber eine bewusste Auseinandersetzung.
Spirituelle Bedeutung
Spirituell wird der Valknut überwiegend als Zeichen der Schwelle verstanden — des Punktes, an dem Leben und Tod ineinander übergehen. In moderner heidnischer Praxis gilt er häufig als Bekenntnis zu Odin und zu einer Haltung, die den Tod nicht verdrängt, sondern als Teil des Ganzen annimmt.
Die Dreizahl trägt viel zu dieser Deutung bei. Drei ist in der nordischen Überlieferung eine geordnete Größe: drei Nornen, drei Wurzeln Yggdrasils, drei Winter vor Ragnarök. Der Valknut fügt drei Dreiecke zu neun Ecken — und die Neun ist in derselben Überlieferung eine heilige Zahl, etwa in Odins neun Nächten am Weltenbaum. Diese Rechnung ist stimmig, aber sie ist eine moderne Beobachtung, keine überlieferte Erklärung.
Als Zeichen der Verflechtung wird der Valknut ferner mit der Vorstellung des gebundenen Schicksals verbunden: Odin gilt in den Quellen auch als der Gott, der Fesseln legt und löst. Wer den Valknut spirituell trägt, meint damit meist Mut vor dem Unabänderlichen — nicht ein Versprechen auf Schutz.
Wissenswertes
- Der Name Valknut ist erst neuzeitlich; er stammt aus dem Norwegischen und ist für die Wikingerzeit nicht belegt.
- Auf Gotland erscheint das Zeichen unter anderem auf den Steinen von Stora Hammars und Tängelgårda, in Norwegen auf Holzarbeiten aus dem Oseberg-Schiffsgrab.
- Es gibt zwei Bautypen: eine unikursale Form aus einer einzigen durchlaufenden Linie und eine Form aus drei separaten Dreiecken.
- Die unikursale Variante ist mathematisch mit dem Motiv der borromäischen Ringe verwandt: Löst man ein Element, zerfällt der ganze Verbund.
- Snorri Sturluson beschreibt das Herz des Riesen Hrungnir als dreieckig und nennt es hrungnishjarta — eine der vorgeschlagenen, aber unbewiesenen Erklärungen des Zeichens.
- Drei Dreiecke ergeben neun Ecken — eine in der nordischen Überlieferung wiederkehrende heilige Zahl.
Literatur
- Simek, Rudolf: Lexikon der germanischen Mythologie. Kröner, Stuttgart.
- Snorri Sturluson: Die Edda (Prosa-Edda), insbesondere die Skáldskaparmál, diverse Ausgaben.
- de Vries, Jan: Altgermanische Religionsgeschichte. de Gruyter, Berlin.





