SYMBOLARIUM

Baraka (بركة) — Bedeutung des Symbols und des Tattoos

Baraka (بركة) ist das arabische Wort für ‚Segen' — eine wohltuende, wachsende Kraft, die einem Menschen, Ort oder Vorhaben Fülle und Gedeihen schenkt.

Baraka (بركة) — Bedeutung des Symbols

SYMBOLKARTE — BARAKA (بركة)

Baraka (بركة) — Bedeutung des Symbols

Baraka (بركة) bezeichnet den Segen als etwas, das sich niederlässt und bleibt. Die Wurzel b-r-k trägt das Bild: Das Verb bedeutet ursprünglich, dass ein Kamel niederkniet. Dieselbe Doppelung kennt das Hebräische, wo beracha ‚Segen' und berech ‚Knie' heißt. In der Volksfrömmigkeit haftet Baraka an Menschen, Orten und Zeiten und gilt als übertragbar; im Alltag lebt sie in mabrūk und mubārak weiter.

BEDEUTUNG
Baraka (بركة) ist das arabische Wort für ‚Segen'
HERKUNFT
Arabisch
ELEMENT
Äther
POPULARITÄT
★★★☆☆
NUR (نور)HALBMOND MIT STERNRAHMA (رحمة)

Auf einen Blick

Baraka (بركة) bezeichnet den Segen als etwas, das sich niederlässt und bleibt. Die Wurzel b-r-k trägt das Bild: Das Verb bedeutet ursprünglich, dass ein Kamel niederkniet. Dieselbe Doppelung kennt das Hebräische, wo beracha ‚Segen' und berech ‚Knie' heißt. In der Volksfrömmigkeit haftet Baraka an Menschen, Orten und Zeiten und gilt als übertragbar; im Alltag lebt sie in mabrūk und mubārak weiter.

Was bedeutet das Symbol?

Das Wort Baraka (arabisch بركة, baraka) bedeutet Segen. Was für einen Segen, sagt die Wurzel: b-r-k trägt als Grundbedeutung des Verbs, dass ein Kamel niederknietbaraka l-dschamal, das Kamel ließ sich nieder. Der Ort, an dem die Tiere niedergehen, heißt mabrak.

Damit ist das Bild gesetzt, und es ist ein anderes als im Deutschen. ‚Segen' kommt vom lateinischen signare, ‚bezeichnen' — ein Zeichen, das von außen an etwas gemacht wird. Baraka dagegen ist etwas, das niedergeht und sich niederlässt: schwer, ruhig, bleibend. Nicht ein Wunsch, der ausgesprochen wird, sondern eine Kraft, die sich in einer Sache einnistet und dort weiterwirkt.

Deshalb sagt man im Arabischen, dass in etwas Baraka ist: in einem Haus, in einem Brot, in einer Arbeit, in einem Menschen. Sie lässt aus Wenigem reichen, macht Zeit weit und Vorräte lang. Sie ist zugleich übertragbar — sie geht von einem auf den anderen über. Im Alltag ist sie überall präsent: mabrūk (‚gesegnet sei es') ist der gewöhnliche Glückwunsch, mubārak (‚gesegnet') die Formel, die man Festen, Orten und Menschen beilegt.

Geschichte

Im Koran erscheint die Wurzel vor allem in zwei Gestalten. Die Formel tabāraka — ‚gesegnet, erhaben sei' — steht dort Gott zu. Und das Eigenschaftswort mubārak, ‚gesegnet', wird an Dinge, Orte und Zeiten vergeben: an ein Haus, an eine Nacht, an den gesegneten Ölbaum des Lichtverses (Sure 24, Vers 35), dessen Öl fast von selbst leuchtet. Segen ist im Koran also nichts rein Geistiges — er sitzt in Gegenständen, Bäumen, Nächten.

In der Volksfrömmigkeit wurde daraus eine der lebendigsten religiösen Praktiken der islamischen Welt. Baraka gilt als etwas, das an bestimmten Menschen haftet — an Frommen, an Gelehrten, an Nachkommen des Propheten —, an Orten wie Gräbern und Zawiyas und an Zeiten wie dem Ramadan. Besonders im Maghreb prägte diese Vorstellung eine ganze religiöse Landschaft von Heiligenschreinen. Die Praxis, sich in die Nähe eines Baraka-Trägers zu begeben, heißt tabarruk.

Sichtbar wurde das Wort auch im Handwerk: Auf mittelalterlicher islamischer Keramik und auf Metallarbeiten stehen Segensformeln in strengem Kufi — Wünsche wie ‚Segen für seinen Besitzer', am Rand einer Schale entlanggeschrieben, oft so streng geometrisiert, dass sie kaum noch zu lesen sind. Genau darin liegt der praktische Hinweis für heute: Auch moderne Kufi-Entwürfe verselbstständigen sich schnell zum Ornament. Bevor die Nadel ansetzt, sollte jemand die Vorlage tatsächlich entziffern können — ein Muster ist noch kein Wort.

Bedeutung in den Kulturen der Welt

Die Wurzel b-r-k gehört zum semitischen Grundbestand — und sie ist weit über ihn hinausgewandert:

Sprache / KontextWortBesonderheit
Arabischbaraka (بركة)Segen; das Verb meint ursprünglich das Niederknien des Kamels
Arabisch (Alltag)mabrūk / mubārak‚Glückwunsch' / ‚gesegnet' — beide aus derselben Wurzel
Hebräischberacha (ברכה)Segen; berech (ברך) heißt ‚Knie' — dieselbe Doppelung wie im Arabischen
Türkischbereket‚Fülle, Ertrag' — arabisches Lehnwort, im Alltag der Landwirtschaft zu Hause
Suahelibarakaüber den Handel des Indischen Ozeans entlehnt; auch als Vorname gebräuchlich

Der Befund in der dritten Zeile ist der interessanteste: Arabisch und Hebräisch haben dieselbe Doppelung, Segen und Knie in einer Wurzel. Beide Sprachen bilden den Segen also nicht als etwas ab, das schwebt, sondern als etwas, das herunterkommt und tief bleibt. Das türkische bereket zeigt, wohin das führt, wenn ein Wort im Alltag ankommt: Dort meint es schlicht guten Ertrag — Segen als volle Scheune.

Esoterische Bedeutung

Baraka ist der Punkt, an dem die gelehrte und die gelebte Religion auseinandertreten — und beides gehört zur Beschreibung. In der Volksfrömmigkeit wird Baraka wie eine anhaftende Kraft behandelt: Man sucht die Nähe eines Grabes, berührt ein Gewand, trinkt Wasser aus einer bestimmten Quelle, bittet einen Angesehenen um seinen Segen. Sie überträgt sich durch Nähe und Berührung, sie sammelt sich an Orten, sie verdichtet sich in bestimmten Nächten.

Die normative Theologie hat dieser Praxis stets widersprochen oder sie eng begrenzt: Segen komme allein von Gott, nicht von Gräbern, Fäden oder Gegenständen; wer die Sache selbst für wirksam halte, verfehle den Kern. Dieser Streit ist Jahrhunderte alt und bis heute offen. Wer über Baraka spricht, sollte ihn nicht auflösen, sondern kennen.

Für ein Tattoo folgt daraus eine schlichte Feststellung. Ein Wort auf der Haut ist kein Wirkmittel. Es zieht nichts an, es schützt vor nichts, es lässt nichts wachsen. Was es kann, ist benennen — den Wunsch, dass sich im eigenen Leben etwas niederlässt und bleibt. Wer mehr davon erwartet, hat, mit den Worten der Tradition, die Sache mit dem verwechselt, der sie gibt.

Wissenswertes

  • Das Verb der Wurzel beschreibt ursprünglich, wie ein Kamel niederkniet; mabrak ist der Platz, an dem die Tiere niedergehen. Segen ist im Arabischen buchstäblich etwas, das sich hinlegt.
  • Dieselben drei Konsonanten tragen auch birka, das Wasserbecken — und im Hebräischen heißt bricha ebenfalls ‚Teich'. Segen, Knie und stehendes Wasser teilen sich in beiden Sprachen eine Wurzel.
  • Der arabische Glückwunsch mabrūk und die Festformel mubārak (etwa in ʿĪd mubārak) stammen aus derselben Wurzel — sie ist damit eines der meistgesagten Wörter der islamischen Welt.
  • Der Vorname Barack geht über das Suaheli auf dasselbe arabische Wort zurück; das Wort erreichte Ostafrika über den Handel des Indischen Ozeans.
  • Mittelalterliche islamische Keramik trägt Segensformeln in strengem Kufi, um den Schalenrand geführt — Wünsche wie ‚Segen für seinen Besitzer', oft so geometrisiert, dass sie fast zum Muster werden.
  • Der gesegnete Ölbaum des koranischen Lichtverses heißt dort schadschara mubāraka — dieselbe Wurzel, die auch im Glückwunsch steckt.

Literatur

  • Der Koran, wissenschaftliche deutsche Übersetzungen und Editionen.
  • Schimmel, Annemarie: Die Zeichen Gottes. Die religiöse Welt des Islam. C. H. Beck.
  • Wehr, Hans: Arabisches Wörterbuch für die Schriftsprache der Gegenwart. Harrassowitz.
  • Biedermann, Hans: Knaurs Lexikon der Symbole. Droemer Knaur.

Häufige Fragen

Was bedeutet das Wort Baraka?
Baraka (بركة) ist das arabische Wort für Segen — verstanden nicht als ausgesprochener Wunsch, sondern als eine Kraft, die sich in einer Sache niederlässt und dort bleibt. Man sagt im Arabischen, dass in etwas Baraka ist: in einem Haus, in einem Brot, in einer Arbeit.
Was hat Baraka mit einem Kamel zu tun?
Das Verb der Wurzel b-r-k bedeutet ursprünglich, dass ein Kamel niederkniet; der Platz, an dem die Tiere niedergehen, heißt mabrak. Der Segen ist damit sprachlich etwas, das herunterkommt und liegen bleibt — anders als das deutsche ‚Segen', das vom lateinischen signare, ‚bezeichnen', stammt.
Wie hängt Baraka mit dem hebräischen beracha zusammen?
Beide gehen auf dieselbe semitische Wurzel b-r-k zurück, und beide Sprachen zeigen dieselbe Doppelung: Im Hebräischen heißt beracha ‚Segen' und berech ‚Knie'. Segen wird in beiden Traditionen nicht als etwas Schwebendes gedacht, sondern als etwas, das niedergeht.
Hängt Baraka mit ‚mabruk' zusammen?
Ja, beide stammen aus der Wurzel b-r-k. Mabrūk heißt ‚gesegnet sei es' und ist der gewöhnliche arabische Glückwunsch; mubārak (‚gesegnet') steckt unter anderem in der Festformel ʿĪd mubārak. Über das Suaheli gelangte das Wort bis in den Vornamen Barack.
Bringt ein Baraka-Tattoo Segen oder Glück?
Nein. Ein Wort auf der Haut ist kein Wirkmittel — es zieht nichts an und schützt vor nichts. Auch die islamische Theologie hat der volksfrommen Vorstellung, Segen hafte an Gegenständen, stets widersprochen: Segen komme allein von Gott. Der Schriftzug benennt einen Wunsch, mehr nicht.
Welcher Kalligrafie-Stil passt zu Baraka?
Das strenge, geometrische Kufi hat historische Berechtigung: Mittelalterliche Keramik trägt Segensformeln wie ‚Segen für seinen Besitzer' in genau dieser Schrift um den Schalenrand. Zu bedenken ist, dass Kufi-Entwürfe leicht zum reinen Ornament werden — jemand sollte die Vorlage vor dem Termin tatsächlich entziffern können.

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