Malak (ملاك) — Bedeutung des Symbols und des Tattoos
Malak (ملاك) ist das arabische Wort für ‚Engel' — ein himmlischer Bote und Sinnbild für Schutz, Reinheit und die Nähe eines geliebten Menschen.

SYMBOLKARTE — MALAK (ملاك)
Malak (ملاك) — Bedeutung des Symbols
Malak (ملاك) heißt Engel — und wörtlich: Bote. Die Wurzel ʾ-l-k meint das Überbringen einer Botschaft; genauso verhält es sich beim hebräischen malʾach, beim griechischen ángelos und beim persischen fereschte. Vier Sprachen, ein Begriff: der Gesandte. Dschibrīl überbringt die Offenbarung; die Engel gelten nach der Überlieferung als aus Licht geschaffen, die Dschinn aus Feuer.
- BEDEUTUNG
- Malak (ملاك) ist das arabische Wort für ‚Engel'
- HERKUNFT
- Arabisch
- ELEMENT
- Äther
- POPULARITÄT
- ★★★☆☆
Auf einen Blick
Malak (ملاك) heißt Engel — und wörtlich: Bote. Die Wurzel ʾ-l-k meint das Überbringen einer Botschaft; genauso verhält es sich beim hebräischen malʾach, beim griechischen ángelos und beim persischen fereschte. Vier Sprachen, ein Begriff: der Gesandte. Dschibrīl überbringt die Offenbarung; die Engel gelten nach der Überlieferung als aus Licht geschaffen, die Dschinn aus Feuer.
Was bedeutet das Symbol?
Das Wort Malak (arabisch ملاك, malak) bedeutet Engel — und zwar wörtlich: Bote. Die Wurzel ist ʾ-l-k, ‚eine Botschaft ausrichten'; dazu gehört alūka, die Botschaft. Grammatisch ist malak aus maʾlak entstanden, wobei der Kehlkopflaut verschwand — im Plural malāʾika (ملائكة) kehrt er zurück und macht die Herkunft wieder sichtbar. Das m am Anfang ist also kein Wurzelbuchstabe, sondern eine Vorsilbe: der, der die Botschaft trägt.
Damit steht am Anfang dieses Wortes keine Feder und kein Heiligenschein, sondern eine Funktion. Ein Engel ist im arabischen Sprachgefühl nicht in erster Linie jemand, der über einen wacht, sondern jemand, der etwas überbringt. Er hat einen Auftrag, keine Biografie. Daneben steht der zärtliche Alltagsgebrauch: Ein Kind, ein geliebter Mensch kann malak genannt werden — die Übertragung, die auch das Deutsche kennt.
Ein Hinweis gehört genau hierher, weil er die Schreibung betrifft. Ohne Vokalzeichen lässt sich ملك als malak (Engel), malik (König), mulk (Herrschaft) oder milk (Besitz) lesen — vier Wörter, ein Schriftbild. Die vollere Form ملاك mit Alif macht den Engel eindeutig. Wer den Schriftzug stechen lassen will, sollte deshalb ausdrücklich klären, welche Schreibung die Vorlage zeigt: Der Unterschied zwischen Engel und König ist hier ein einziger Strich.
Geschichte
Der Glaube an die Engel gehört im Islam zu den Grundartikeln des Glaubens; Sure 2, Vers 285, nennt sie in einer Reihe mit Gott, den Schriften und den Gesandten. Ihre Aufgabe ist Dienst und Übermittlung. Dschibrīl ist der Überbringer der Offenbarung schlechthin — an anderer Stelle heißt er ar-rūḥ al-amīn, ‚der treue Geist'. In Sure 97, der Sure von der Nacht der Bestimmung, heißt es, dass die Engel und der Geist in jener Nacht herabsteigen.
Die Überlieferung ordnet die Schöpfung in drei Stoffe: Die Engel sind aus Licht geschaffen, die Dschinn aus rauchlosem Feuer (Sure 55, Vers 15), der Mensch aus Ton. Das erklärt eine Eigentümlichkeit der islamischen Engellehre: Engel haben keinen eigenen Willen. Sure 66, Vers 6, beschreibt sie als Wesen, die sich nicht widersetzen und tun, was befohlen wird. Ein gefallener Engel ist in diesem Rahmen ein Widerspruch in sich — Iblīs wird in der Auslegung meist den Dschinn zugerechnet.
Neben Dschibrīl kennt die Tradition Mīkāʾīl und Isrāfīl, dazu die kirāman kātibīn, die ‚edlen Schreiber' aus Sure 82, Vers 11, die das Tun des Menschen verzeichnen. Die Engel sind also Boten, Diener und Protokollführer — nicht Tröster.
Kalligrafisch nimmt das monumentale Thuluth mit seinen weit aufsteigenden Schäften den schwebenden Klang des Wortes am besten auf; das Alif in der Mitte gibt dem Zug seine senkrechte Achse.
Bedeutung in den Kulturen der Welt
Der auffälligste Befund zu diesem Wort ist keine Deutung, sondern eine Übersetzung: In vier voneinander unabhängigen Sprachen heißt ‚Engel' schlicht Bote.
| Sprache | Wort | Wörtlicher Kern |
|---|---|---|
| Arabisch | malak (ملاك) | Wurzel ʾ-l-k, ‚eine Botschaft überbringen'; Plural malāʾika |
| Hebräisch | malʾach (מלאך) | ‚Bote' — wird auch für menschliche Gesandte gebraucht |
| Griechisch | ángelos (ἄγγελος) | ‚Bote'; daraus lateinisch angelus |
| Persisch | fereschte (فرشته) | von firistādan, ‚senden' — der Gesandte |
| Deutsch | Engel | Lehnwort aus dem Griechischen; die Bedeutung ‚Bote' ist unterwegs verlorengegangen |
Die letzte Zeile erklärt viel. Weil das deutsche ‚Engel' ein undurchsichtiges Lehnwort ist, hat es keine Wurzel, die den Gedanken festhält — und konnte sich deshalb ungehindert zum Schutzengel, zum Grabschmuck und zur Kosebezeichnung entwickeln. Im Arabischen, Hebräischen und Persischen steht die Bedeutung dagegen jedes Mal mit im Wort: Da kommt jemand, und er bringt etwas mit.
Spirituelle Bedeutung
Wer ملاك als religiöses Zeichen versteht, sollte wissen, dass die islamische Engellehre den westlichen Schutzengel nur zur Hälfte kennt. Es gibt bewahrende Engel: Sure 13, Vers 11, spricht von muʿaqqibāt, ‚Aufeinanderfolgenden', die den Menschen auf Geheiß Gottes behüten — die Auslegung deutet sie traditionell auf Engel. Und es gibt die schreibenden Engel, die aufzeichnen. Aber beide handeln auf Befehl, nicht aus Zuneigung.
Das ist der entscheidende Unterschied. Der Schutzengel der europäischen Volksfrömmigkeit ist eine Beziehungsfigur: ein persönliches Gegenüber, das einen mag. Der malak ist eine Auftragsfigur: Er steht nicht auf der Seite des Menschen, sondern im Dienst dessen, der ihn schickt. Der Trost, den das spendet, ist ein anderer — nicht ‚jemand liebt dich', sondern ‚es gibt eine Ordnung, und du kommst darin vor'.
Als Motiv bedeutet das zweierlei. In der religiösen Lesart verweist der Schriftzug auf die Botschaft, nicht auf einen himmlischen Begleiter. In der weltlichen — und so wird er meist getragen — steht er für einen Menschen, der gestorben ist oder geboren wurde. Beide Lesarten sind ehrlich; sie sollten nur nicht miteinander verwechselt werden.
Wissenswertes
- Der Plural malāʾika (ملائكة) bringt den Kehlkopflaut zurück, der im Singular malak verschwunden ist. Er ist der Beweis dafür, dass die Wurzel ʾ-l-k ‚Botschaft' lautet — und dass das m nur eine Vorsilbe ist.
- Dschibrīl heißt im Koran an einer Stelle ar-rūḥ al-amīn, ‚der treue Geist' — dieselbe Wurzel, aus der auch das arabische Wort für Seele stammt.
- Nach der Überlieferung sind die Engel aus Licht geschaffen, die Dschinn aus rauchlosem Feuer und der Mensch aus Ton. Deshalb kennt die islamische Lehre keinen gefallenen Engel: Iblīs wird in der Auslegung meist den Dschinn zugerechnet.
- Die kirāman kātibīn, die ‚edlen Schreiber' aus Sure 82, Vers 11, verzeichnen das Tun des Menschen. Engel sind in dieser Vorstellung auch Protokollführer.
- Malak und Malake sind im arabischsprachigen Raum gebräuchliche Namen — auch bei arabischsprachigen Christen, für die das Wort dieselbe Bedeutung trägt.
- Das persische Wort für Engel, fereschte, kommt von firistādan, ‚senden'. Wie im Arabischen, Hebräischen und Griechischen steckt auch dort der Bote im Wort.
Literatur
- Der Koran, wissenschaftliche deutsche Übersetzungen und Editionen.
- Schimmel, Annemarie: Die Zeichen Gottes. Die religiöse Welt des Islam. C. H. Beck.
- Wehr, Hans: Arabisches Wörterbuch für die Schriftsprache der Gegenwart. Harrassowitz.
- Biedermann, Hans: Knaurs Lexikon der Symbole. Droemer Knaur.
Häufige Fragen
Was bedeutet das Wort Malak?
Heißt Engel wirklich in mehreren Sprachen Bote?
Kennt der Islam Schutzengel?
Warum gibt es im Islam keinen gefallenen Engel?
Kann Malak auch einen Menschen meinen?
Worauf muss ich bei der Schreibung von Malak achten?
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